Wie viel EAM überlebt Ihre Organisation?
Plädoyer für ein schlankes, aber vernetztes EAM
Autoren Vincent Jaenisch, Viet Duc Le
Basierend auf zwei Experteninterviews mit Dr. Markus Kress (Witt-Group) und Dr. Victor Vergara (Kostal Group)
In den letzten Jahren hat der EAM-Markt enorm an Bedeutung gewonnen. Zu Recht, wie wir bei Bee360 finden. Aber wo viel Licht ist, da ist auch Schatten.
Wir nehmen dies zum Anlass, kritisch zu hinterfragen, ob die vollmundigen Versprechungen klassischer EAM-Tools sich wirklich realisieren – und was notwendig ist, um die Mehrwerte des EAMs tatsächlich zu heben. Denn wenn das EAM isoliert arbeitet, bleibt es ein schöner Selbstzweck ohne Mehrwert für die Organisation. Eine Lektion, die der Markt aktuell schmerzhaft lernt.
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EAM gewinnt weiterhin an Bedeutung
Enterprise Architecture Management (EAM) hat in den letzten Jahren stark an Relevanz gewonnen. Durch die zunehmende Digitalisierung, komplexere IT-Landschaften und die wachsende Abhängigkeit von Technologien müssen Unternehmen sicherstellen, dass ihre IT-Architektur nicht nur transparent, sondern auch zukunftsfähig ist. Laut einer Gartner-Studie aus dem Jahr 2023 nutzen mittlerweile 70 % der mittelständischen und großen Unternehmen weltweit ein EAM-Tool, um ihre IT-Systeme zu organisieren und strategisch auszurichten (Quelle: BOC Group).
Auch die Prognosen sind rosig: Bis 2028 wird den EAM-SaaS-Anbietern ein jährliches Wachstum von 6,8 % zugestanden (Quelle: The Business Research Company). Diese steigende Nachfrage zeigt sich auch in Marktentwicklungen wie der Übernahme von LeanIX durch SAP im September 2023. Fakt ist: EAM ist kein Hype. Der dahinterliegende Business Case ist valide. Ohne ein klares Enterprise Architecture Management fehlt der Organisation der Überblick, sodass Business-Strategie und IT-Realität auseinanderklaffen.
Die Marktführer versprechen Seelenheil
Die Branche wird jedoch nicht nur durch den validen Business Case vorangetrieben, sondern auch durch die vollmundigen Versprechungen der Tool-Anbieter. Die Rede ist hier beispielsweise von „Enabling der digitalen Transformation", „unbeschränkter unternehmensweiter Kollaboration" oder „maximaler Agilität". Doch wie sieht die Realität aus?
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Woran es dann doch oft scheitert – und was die Folgen sind
Unsere Gespräche mit Bestandskunden, die ihre Best-of-Breed-Lösungen durch Bee360 ersetzt haben, zeigen ein klares Muster: Zu Beginn läuft es oft gut. Die Implementierung ist zwar anspruchsvoll, aber mit dem passenden Partner gelingt der Start. Die ersten Ergebnisse beeindrucken: farbige Dashboards, komplexe Architekturdiagramme, detaillierte Auswertungen. Das Management ist beeindruckt, es regnet Lorbeeren. Doch nach 1–2 Jahren zeigt sich:
Die Mehrwerte rechtfertigen den Zeiteinsatz nicht
Die Datenqualität ist unzureichend
„Diejenigen, die die Arbeit investieren müssen, um das EAM zu pflegen (die Architekten) sind in der Regel nicht die Profiteure. Es profitieren vor allem die Manager, die diese Informationen strategisch nutzen könnten. Dieses Kernproblem im EAM wirkt sich auf die Datenqualität aus." – Dr. Victor Vergara Architecture & Process Manager bei der Kostal Group.
Extremfall Datengrab
„Das EAM war auf einem niedrigen Reifegrad und nicht nachhaltig etabliert. Das zeigte sich sehr plakativ, als der Enterprise Architekt unser Unternehmen verließ, die Stelle länger unbesetzt blieb und man feststellen konnte, dass weder Reports gezogen noch Daten aktualisiert worden sind. Da wurden keine Mehrwerte realisiert, es war ein Datengrab." – Dr. Markus Kress, Head of EAM bei der Witt Gruppe.
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Erfolgsfaktoren für ein wertstiftendes EAM
Ein werstfiftendes EAM zeichnet sich durch folgende Schüsselfaktoren aus, die sicherstellen, dass es nicht zum Selbstzweck wird:
Die Daten wirklich nutzen - Entscheidungsgrundlage für Strategieumsetzung statt bloßer Abbildung der Realität
„Die Einführung eines EAM Tools ist kein Selbstläufer. Es ist eine anspruchsvolle Modellierungs- und Dokumentationstätigkeit, für die es fähiges Personal braucht. Wenn es nur als Dokumentation empfunden wird, scheitert es. Die EAM Use Cases müssen bewusst ausgewählt und deren Mehrwerte direkt sichtbar werden. Dazu braucht es eine Plattform, die Stakeholder aus verschiedenen Bereichen einbindet (z. B. den CIO für eine ITFM-Initiative)." – Dr. Markus Kress, Head of EAM bei der Witt Gruppe.
Schlanker Ansatz ausgerichtet auf konkrete Mehrwerte
Bei der Einführung des EAM ist die Verlockung groß sich in Details zu verlieren. Stattdessen sollte das EAM optimalerweise im Rahmen eines konkreten Transformationsprojekts eingeführt werden (z.B. ERP-Transformation, Einführung eines Omnichannel-Vertriebs). So kann das EAM gezielt auf die eigentlichen Mehrwerte ausgerichtet werden: Sollen beispielsweise Kosten eingespart werden, ergibt es Sinn, zuerst alle kritischen Applikationen zu erfassen anstatt umfangreich die gesamte Business Architektur zu dokumentieren. Der Mehrwert steigt zusätzlich, wenn die geleistete Dokumentation integriert für weitere Projekte oder Demands genutzt werden kann. (Wurde beispielsweise über den Phase-Out einer Applikation entschieden, sollte diese nicht mehr weiterentwickelt werden).
Klare Verantwortlichkeiten
EAM soll dazu beitragen, Verantwortlichkeiten klar zu organisieren. Dies beginnt bei vermeintlich einfachen Fragen wie: „Wer ist der richtige Ansprechpartner für einen Demand?" und reicht bis zu anspruchsvollen Fragen wie: „Wie wird sichergestellt, dass Demands bzw. IT-Investitionen (nur) strategisch relevante Business Capabilities unterstützen?"
Changemanagement für Business und IT
Mit EAM soll ermöglicht werden, dass Business und IT gemeinsam an einem Strang ziehen. Das lässt sich nicht einfach herbeizaubern, sondern stellt einen umfassenden organisatorischen Change da, für den die Organisation begeistert werden muss. Neben der Identifikation geeigneter, konkreter Use Cases bedarf es dazu auch der Verwendung von Begriffen und Konzepten, die für alle Stakeholder verständlich sind. Denn wie viele neue Vokabeln wollen Vorstände oder P&L-Verantwortliche noch lernen?
Fokus auf die Kernaspekte
Statt in komplexen Features zu ersticken, sollte EAM sich auf die wesentlichen Ziele konzentrieren: Die Business-Strategie über die IT in die Umsetzung bringen, Verantwortung organisieren und Daten gezielt nutzen. Die gleiche Logik gilt für zu umfangreiche EAM-Konzepte: Beratungsunternehmen haben tendenziell einen Anreiz umfangreiche EAM-Konzepte zu entwickeln, um möglichst viel Ihrer Expertise zu verkaufen. Das ist nicht zwingend im Sinne der Kunden. Auch hier ist weniger häufig mehr.
EAM ist kein Selbstläufer. Es ist eine anspruchsvolle Dokumentationstätigkeit, für die es fähiges Personal braucht.
Dr. Markus Kress — Head of EAM bei der Witt GruppeExkurs
Exkurs
Ein perfektes Beispiel ist der Einsatz von EAM für die Digitale Transformation der Witt-Gruppe, vom Katalogversand zum Omnichannel-Textilhändler. Teil der Transformation ist der Wandel der Applikationslandschaft (ca. 300-400 Applikationen) hin zu mehr Standardsoftware sowie der Weg aus den Rechenzentren in die Cloud. Dazu braucht es Transformationspläne im Einklang mit dem Projekt Portfolio Management, um zu beantworten:
- Welche Geschäftsprozesse müssen neu gestaltet werden?
- Welche Module mit welcher Fachlichkeit werden wann live gehen?
- Wie ist der Impact auf die bestehende Systemlandschaft (Schnittstellen, abzulösende Applikationen)?
- Wie ist der Impact auf die Geschäftsprozesse?
- Wo benötigt es ein strukturiertes Change Management?
Dabei nutzt die Witt-Gruppe Bee360 sowohl für die mehrjährige Transformationsplanung als auch für die Cloudmigration (bspw. 5R - rehost, refactor, replatform, rebuild und replace).
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Bee360 setzt diese Erfolgsfakoren um
Wer sich ein wertstiftendes EAM aufbauen will, der muss das Problem an seiner Wurzel packen: Das EAM darf nicht als isolierte Disziplin betrieben werden, sondern innerhalb eines ganzheitlichen, integrierten Ansatzes.
Und es gibt genau eine Plattform im Markt, die nachweislich das liefert, was die Wettbewerber versprechen: Bee360. Daher sind wir als einziger Anbieter in den Märkten EAM, IT Financial Management und Strategic Portfolio Management von Gartner, Forrester und weiteren führenden Analysten gelistet.1
Wie wir die Erfolgsfaktoren erfüllen
Die EAM-Daten werden bereichsübergreifend genutzt
Bee360 ermöglicht es, Architektur-Daten nahtlos für zentrale Bereiche wie Portfoliomanagement und IT-Financial Management in einer integrierten Plattform zu nutzen. Besonders deutlich wird dies über die Einbindung von Priorisierungskriterien aus Fachbereichen und dem EAM im Demand Management. Dadurch wird sichergestellt, dass die Arbeit der Architekten direkt positive Auswirkungen hat. Warum also ein weiteres Silo mit einem Expertentool schaffen, wenn eine umfassende und integrierte Lösung wie Bee360 bereits existiert?
1 An dieser Stelle wollen wir für den Begriff „holistisch" eine Lanze brechen und der Inflation in dessen Nutzung etwas Handfestes entgegensetzen.
Single Source of Truth (SSOT)
Bee360 bietet eine zentrale Plattform, die von allen Beteiligten genutzt wird, um Verantwortlichkeiten klar zu organisieren. Dabei hilft insbesondere, dass wir eine eingängige, vorstandstaugliche Terminologie nutzen, die für das IT und Business leicht verständlich ist. Das erleichtert den Change enorm und führt am Ende zu besseren, weil datengetriebenen Entscheidungen.
Schlankes EAM ohne Overhead
„Bei Bee360 bieten wir bewusst ein schlankes EAM an, das sich auf den echten Nutzen konzentriert. Die Alternative der Wettbewerber ist ein teures ‚All-you-can-eat-Buffet', das die bewusste Ernährung erschwert und häufig zu Bauchschmerzen führt." – Sönke Claussen, Geschäftsführer Bee360 GmbH.
Der Mehrwert entfaltet sich insbesondere durch die Verknüpfung mit den angrenzenden Bereichen: So wird die Priorisierung im Demand-Management einfacher, das Portfolio strukturierter und die Kosten stehen im unmittelbaren Verhältnis zum erreichten Nutzen.
Dieser Fokus auf das Wesentliche führt dazu, dass wir in wenigen Monaten EAM einführen und Ihre Mitarbeiter darin ausbilden können. Selbst dann, wenn Sie keinen dedizierten Architekten in Ihrer Organisation haben.
Ein bewährtes Changekonzept: BeeChange
Um den notwendigen organisatorischen Change zu begleiten, haben wir Konzepte entwickelt, die sich in zahlreichen Einführungen bewährt haben. Damit erreichen wir die notwendige Aufmerksamkeit des C-Levels für das Thema und steigern die Akzeptanz der Anwender durch Kommunikationskonzepte, Schulungen und vor allem durch die schnelle Generierung von Mehrwerten.
Sinnvolles Pricing
Wir haben gelernt: Ein sinnvolles EAM lebt von vielen Stakeholdern auf der Plattform aus unterschiedlichen Disziplinen. Besonders bitter ist es, wenn das Tool-Pricing diesem Umstand entgegenwirkt indem etwa nach Anzahl der Applikationen oder User verrechnet wird. Das zwingt die Organisation zu einer unschönen Abwägung: „Modellieren wir unsere Unternehmensarchitektur kostengünstig, oder modellieren wir sie so, wie wir es fachlich brauchen?"
Quick Win für Bestandskunden
Wer Bee360 bereits im Einsatz hat, kann sich darüber freuen, dass für die EAM-Wabe keine zusätzlichen Lizenzgebühren anfallen. Hier kann also mit geringem Beratungsaufwand eine große Wirkung erzielt werden.
Synergiepotenzial für Neukunden
Wer Bee360 noch nicht im Einsatz hat, kann sich trotzdem über ein sinnvolles, konkurrenzfähiges Pricing unabhängig von den Applikationen oder Nutzern freuen. Zusätzlich lassen sich durch den holistischen Ansatz überflüssige Tools eliminieren und signifikante Einsparungen erzielen. Klingt nach einer ersten Aufgabe für Architekten, oder?
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Fazit: Ein lebendiges EAM statt eines Datenfriedhofs
Viele Unternehmen führen ihr EAM voller Euphorie ein, nur um später zu erkennen, dass sie mehr Aufwand als Nutzen bringen. Nachvollziehbar, bei den Botschaften, die der Markt sendet. Aber die Lösung ist kein ausuferndes EAM, sondern ein besseres EAM: Schlank, integriert und mit klarer Anbindung an die operative und strategische IT. Wer an den Punkt gekommen ist, sein EAM kritisch zu hinterfragen, sollte einen zweiten Blick auf Bee360 werfen. Denn hier lebt das EAM – und bringt echte Mehrwerte.


